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08.05.14: "Sell in May and go away": Wie Anleger mit Börsenregeln umgehen sollten.

Da war doch was am 1. Mai ... Pünktlich zum Start des Wonnemonats eines jeden Jahres werden die Börsianer nervös. Grund ist die Börsenregel „Sell in May“. Doch wie zutreffend ist sie wirklich?
„Greife nie in ein fallendes Messer“, „The trend is your friend“, „An der Börse wird nicht geklingelt“ – sind die bekanntesten Börsenregeln und Sprichwörter. Doch was ist dran an „Sell in May and go away“?
Diese Empfehlung, der zufolge der Anleger im Mai dem Aktienmarkt den Rücken kehren, sprich seine Aktien verkaufen sollte, hat ihren Ursprung in der Statistik: Die Monate von Mai bis September verlaufen an der Börse in Sachen Wertentwicklung im Durchschnitt schlechter als die anderen Monate des Jahres. Das zeigen jahrzehntelange Erhebungen. Wer dem Markt in dieser Periode eher schwacher Kurse fernbleibt, erspart sich demzufolge mitunter heftige Kursverluste. Zumindest verpasst er nicht viel. So zumindest die Theorie.
Nun gibt es allerdings einige Argumente, die dagegen sprechen, sich blind an die „Sell-in-May-Empfehlung“ zu halten. So war diese in der Vergangenheit eben nicht immer zutreffend, weil die Kurse dann in manch einem Mai eben doch gestiegen waren. Kein Wunder, warum sollte auch der Kalender grundsätzlich beeinflussen können, ob es für die Börse gute Nachrichten gibt. Ebenso wenig, wie er verhindern kann, dass Entwicklungen wie die derzeitige Krise in der Ukraine auf die Stimmung der Marktteilnehmer drücken.
Kritiker von „Sell in May“ führen zudem an, dass diese Börsenregel mittlerweile nicht mehr ist als eine selbsterfüllende Prophezeiung – sie tritt nur ihrer selbst wegen ein: Aus Angst vor fallenden Kursen im Mai trennen sich Investoren von ihren Papieren, selbst wenn es unter fundamentalen Aspekten gar keinen Anlass gibt.
In diesem Jahr kann es zwar tatsächlich durchaus sein, dass der Mai eher mit fallenden statt mit steigenden Kursen einhergeht. Immerhin bewegen sich die Aktienmärkte schon nun seit überdurchschnittlich langer Zeit nach oben und das Risiko einer Korrektur damit steigt immer weiter. Doch einmal ganz abgesehen von der konkreten aktuellen Situation: Sich bei der Geldanlage, besonders bei derjenigen, die dem langfristigen Vermögensaufbau und der Alters­vorsorge dienen soll, auf Börsenweisheiten zu stützen, wäre fahrlässig. Wer sein Kapital zielstrebig über einen langen Zeitraum aufbauen und mehren will, braucht auf kurzfristige Bewegungen keine Rücksicht nehmen. Umso mehr, als hektisches Verkaufen und Kaufen nur die Gebühren in die Höhe treibt.
Viel mehr sollte man sich mit einem professionellen Ruhestandsplaner mit den Fakten auseinandersetzen und sich etwa über seine persönlichen Ziele unterhalten sowie die Strategie, wie man diese am besten erreicht. Dann kann man Schwankungen auch entspannt aussitzen und muss nicht hektisch kaufen und verkaufen.
Grundsätzlich gibt es eigentlich nur ein Börsensprichwort, das immer zutrifft. Es stammt vom mittlerweile verstorbenen Börsen-Altmeister André Kostolany, dem Philosophen unter den Aktienexperten. Kostolany sagte einmal: „An der Börse ist alles möglich – auch das Gegenteil.“ Wer sein Depot gemeinsam mit einem Ruhestandsplaner für alle Eventualitäten gewappnet hat, kommt damit am besten klar. Und kann dem Ruhestand gelassen entgegensehen.

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